Dienstag, 6. Juni 2017

[Autoreninterview] Emily Byron



Hallo Ihr Lieben,

nachdem ich Das Herz und die Dunkelheit gelesen hatte, wollte ich ein wenig mehr über die Autorin erfahren, die dieses Buch geschrieben hat. Und Emily Byron war bereit, mir ein paar Fragen zu beantworten.
Wie bist zu zum Schreiben gekommen?
Schon in der Grundschule begann ich damit, Kurzgeschichten und kleine Reime zu schreiben. Meine erste Geschichte handelte von zwei Flöhen, die Freundschaft schließen. Die wurde dann sogar im Morgenkreis von der Lehrerin der ganzen Klasse vorgelesen, wodurch ein richtiger Schreibwettbewerb unter uns Klassenkameraden entstand. Das war eine wirklich tolle Erfahrung, so etwas initiiert zu haben. Je älter ich wurde, desto mehr jedoch geriet diese Leidenschaft in Vergessenheit. Es dauerte über 25 Jahre, bis Ende 2009 pötzlich eine Geschichte wie ein Blitz aus heiterem Himmel in meinem Kopf einschlug. Auf einmal war da so ein Druck in mir, der mir sagte „Wenn Du das nicht gleich aufschreibst, dann platzt Du.“ Das war der Beginn der Ewigen-Saga.

Hast du ein bestimmtes Schreibritual und/oder geregelte Schreibzeiten, oder schreibst du immer, wenn es deine Zeit erlaubt?
Das Schönste ist, immer dann zu schreiben, wenn es geht und die Kreativität anklopft. Rückt allerdings ein Abgabetermin näher, läuft das auch schon mal umgekehrt. Dann setze ich mich nach Plan hin und muss auf Kommando Kreativität abrufen. Das kann man tatsächlich trainieren. Ein Ritual gibt es dabei aber nicht.

Bist du festgelegt, was das Genre betrifft in dem du schreibst?
Das Dunkle und Düstere ist mein Zuhause, in dem ich mich wohl fühle. Ich könnte mir aktuell (man soll ja niemals nie sagen) nicht vorstellen, irgendwann einmal z.B. etwas in der Richtung Regency zu schreiben, auch wenn ich selber gern ab und zu in dieses Genre reinlese. In meiner geheimen Schublade aber liegt unter anderem auch der Rohversuch einer Art Sci-Fi Fantasykomödie. Es ist also nichts unmöglich.

© Edel Elements
Wie bist du auf den Charakter Cayden (aus „Das Herz und die Dunkelheit“) gekommen? Warum ist er eher düster als strahlend?
Cayden spielte bereits in der Trilogie „Die Linie der Ewigen“ eine wichtige Rolle. Ich fand die Idee interessant, einen Charakter in die Familie der McÉags einzubinden, der eine raue, schroffe Schale nach außen und zugleich einen guten Kern tief innen drin besitzt. Das Abweisende spiegelt sich zudem in seiner kühlen Optik wider. In „Das Herz und die Dunkelheit“ war es unglaublich spannend für mich, wie dieser gebrochene Charakter, der alles und jeden von sich zu stoßen scheint, langsam wieder so etwas wie Zuneigung entwickelt. Zu wissen, welch tragisches Erlebnis ihn so gezeichnet hat, und im Anschluß hautnah seinen Kampf mit sich selbst mitzuerleben, zerrissen zwischen abgrundtiefer Resignation und dem letzten Fünkchen Hoffnung auf so etwas wie Normalität, hat mich von Anfang an fasziniert.

Über die Ewigen gibt es ja mehrere Bände. Wusstest du von vornherein, dass du eine Reihe schreibst, oder kam das beim Schreiben?
Dass eine Trilogie entstehen würde, und jetzt sogar schon vier Bücher, hätte ich mir im Leben nie träumen lassen. Eines Tages, nach der Veröffentlichung von „Auserwählt – Die Linie der Ewigen“, wurde ich gefragt, ob ich mich an einen zweiten Band herantrauen würde. Da war für mich klar – challenge accepted.

Wie lange schreibst du durchschnittlich an einem Roman?
Das ist schwierig zu beantworten. „Auserwählt – Die Linie der Ewigen“ war innerhalb von drei Monaten fertig. Da habe ich nach der Arbeit auch fast jeden Abend gut und gerne sechs Stunden geschrieben. War eine schöne, aber auch harte Zeit. Inzwischen lasse ich es etwas ruhiger angehen. Bei „Das Herz und die Dunkelheit“ würde ich eine geschätzte Schreibzeit von ca. sechs Monaten angeben, zuzüglich Lektorat usw.

Hast du generell zuerst die Story oder die Protagonisten im Kopf?
„Das Herz und die Dunkelheit“ war tatsächlich das erste Buch, welches ich vorab mittels einer Handlungsskizze gezeichnet habe. Da stand die Story zuerst. Cayden existierte zwar bereits, aber Jordis, Nine und vor allem Louise entwickelten sich erst nach und nach. Bei der Trilogie ging dagegen die Entstehung der Protagonisten mit der der Story parallel Hand in Hand.

Was für eine Leserin bist du? Liest du nur in den Genres, in denen du selbst auch schreibst, oder auch andere?
Komplett querbeet. Natürlich lese ich wahnsinnig gern dunkle Fantasy, es kann aber auch schon mal – wie weiter oben erwähnt – etwas aus der Regencyecke sein, ein historischer Zeitbericht, etwas Politisches, ein Krimi oder ein Lebensratgeber. In meinem Regal stehen Bücher von Laurell K Hamilton neben einer kompletten Sammlung von Pearl S. Buck Klassikern, gefolgt von „Trust me, I'm Dr. Ozzy“ oder „Schänderblut“ von Wrath James White. Es ist wirklich alles dabei.

Kannst du schon etwas zu einem neuen Projekt verraten?
Es sind ein paar Ideen in Planung und man darf gespannt sein, welche sich letztlich durchsetzen wird. Lassen wir uns überraschen.


Na, da sind wir jetzt wirklich gespannt. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, liebe Emily.


Ich hoffe, euch hat das Interview gefallen und wie immer gilt: Feedback erwünscht! 😎

Weitere Infos zu Emily Byron findet ihr hier:
Emily Byron auf Amazon | Autorenseite von Edel Elements


 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen