Sonntag, 14. Dezember 2014

Entschuldigung, darf ich mal kurz stören...#10


... Angelika Lauriel

Es ist zwar schon eine Weile her, dass sich die sympathische Autorin Angelika Lauriel meinen Fragen gestellt hat. Hier kommen ihre Antworten:

Welches war dein Lieblingsbuch als Kind?
Das Buch der kleinen Leute, ein Buch mit Kurzgeschichten über Elfen, Zwerge, Kinder und so … Zum Vorlesen, dann zum Selberlesen. Dieses Buch existiert noch irgendwo in einem meiner Bücherregale.

Welches Buch mochtest du in letzter Zeit besonders?
Drei fallen mir auf Anhieb ein: „Die Bücherdiebin“, Markus Zusak, „Das Lavendelzimmer“, Nina George und „Die Mondspielerin“, Nina George. Aber es gibt noch viele, viele mehr.

Von welchem Buch warst du eher enttäuscht?
Das möchte ich nicht sagen, weil ich keiner Autorin und keinem Autor auf den Fuß treten möchte. Schließlich legt jede/r auch ein bisschen Herzblut in seine Bücher.

Für wie wichtig oder unwichtig hältst du Social Media Plattformen wie Facebook, Twitter & Co.?
Manchmal verfluche ich sie sie regelrecht, weil sie so viel Zeit wegfressen, aber ich halte sie für sehr wichtig. Um sichtbar zu sein, um Menschen zu erreichen und vor allem, um mit Menschen in Kontakt zu kommen und zu bleiben. Das wahre Leben ersetzen sie natürlich nicht. Aber allein der Austausch über meine Bücher mit meinen LeserInnen ist ein ganz klarer Pluspunkt für diese Plattformen!

Welches deiner Bücher bedeutet dir am meisten und weshalb? 
Mein persönliches Lieblingsbuch von meinen bereits erschienen ist ganz klar „Frostgras“. Die Geschichte, die darin erzählt wird, hat viel Tiefgang und geht den Lesern bei, wenn sie sich darauf einlassen können. Beim Schreiben hat das Buch mir selbst einiges abverlangt, ich geriet in Hochs und Tiefs. Außerdem bin ich ein bisschen stolz auf das Schreibhandwerk, das darin steckt, und für das ich mich gezielt entschieden habe. Zum einen ist es aus drei Perspektiven erzählt, die ich allerdings strikt getrennt habe. Zum zweiten enthält das Buch eine Rahmengeschichte in Form des Tagebuchs eines Protagonisten, das ich noch vor dem Roman schreiben musste (und ich war mir zuerst nicht sicher, ob ich das schaffen würde). Zum dritten muss der Leser sich auf zwei Zeiten einlassen, einmal das Präsens und einmal das Präteritum. Ich mag es sehr, so zu schreiben, und meine Leserinnen haben das auch nicht abgelehnt, sondern es großenteils sehr gemocht. Natürlich verlangt ein solches Buch seinen Lesern ein wenig Bereitschaft ab, nicht nur schnell zu konsumieren, sonder sich auch auf einiges einzulassen. Meine anderen Bücher mag ich natürlich auch sehr; sie sind weniger anspruchsvoll, dafür aber voller Witz.


Liest du lieber „altmodisch“ Print oder „neumodisch“ E-Book?
Ich mag noch immer den Geruch des Papiers und der Druckerschwärze in Büchern. Außerdem ist Papier eine willkommene Abwechslung zum Bildschirm. Und dann finde ich es leichter, in einem echten Buch zu blättern, Anmerkungen oder Hervorhebungen zu setzen, als im Lesegerät. Ich besitze außerdem bloß einen Kindle, und der Gedanke, dass Amazon registriert, wie lange ich für ein Buch brauche, wo ich lange Pausen mache oder Markierungen setze, ist mir zuwider. Trotzdem lese ich mittlerweile auch viel elektronisch. Manchmal sind es Bücher, deren Cover mir im echten Leben peinlich wären ;), aber auch der Preis spielt eine Rolle. Wobei ich nach Büchern unter 2,99 Euro gar nicht erst schaue, weil ich mir da keine gute, lektorierte Qualität erwarte. Es sei denn, es sind Preisaktionen von Autorinnen, die ich bereits kenne. Ich bin bereit, für ein gutes Buch etwas mehr zu zahlen. Beim e-Book finde ich je nach Dicke 2,99 € bis 4,99 € angemessen.

Was liest du zur Zeit?
Das weiß ich noch nicht. Heute Morgen habe ich gerade ein Jugendbuch zu Ende gelesen, „Boy seven“ von Mirjam Mous. Jetzt weiß ich noch nicht, welches ich als nächstes angehen werde. Da ist ein großer SUB neben meinem Bett.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung, wenn du nicht schreibst?
Lesen, Singen, Theater spielen. 
Mit wem würdest du gern einen Tag tauschen und warum?Mit Nina George oder mit Kerstin Gier. Weil ich bei beiden gerne mal mit erleben und fühlen würde, was sie anders machen – ob sie etwas anders machen als ich selbst. Weil ich gerne wissen möchte, wie sich das Schreiben für sie anfühlt. Bestimmt könnte ich auch von beiden noch etwas lernen.

Wer oder was ist deine wichtigste Inspiration?
Das kann ich nicht genau sagen. Manchmal reicht ein Bild oder Foto, eine Meldung im Radio, ein Stichwort meines Agenten, oder ich träume etwas. „Frostgras“ ist aus einem Traum heraus entstanden. Wenn ich entspannt bin, kann jederzeit eine Idee um die Ecke kommen.


Liebe Angelika, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen und die Fragen so ausführlich beantwortet hast!


(c) Angelika Lauriel
ÜBER DIE AUTORIN

Angelika Lauriel, geboren im Saarland, studierte Übersetzen und Dolmetschen Englisch/Französisch. Immer schon fasziniert von spannenden und gut erzählten Geschichten, begann sie mit dem Schreiben, als ihre drei Söhne aus den Windeln herausgewachsen waren.

Sie schreibt Jugendbücher sowie
zeitgenössische Romane für Erwachsene. Sie ist Mitglied im renommierten Autorenforum Montségur und im Kinder- und Jugendbuchforum "Schreibwelt".

Zwei deutsch-französische Kinderkrimis erschienen in den Jahren 2010 und 2011 bei Langenscheidt. Im Juli 2012 erschien ein witzig-skurriler Frauenkrimi bei Gmeiner, und im Frühjahr 2013 erblickte ein melancholischer Jugendroman aus der Feder der Autorin bei Schwarzkopf & Schwarzkopf das Licht der Verlagswelt. Im Frühjahr und Sommer 2014 wird es drei weitere Bücher geben, über die zu gegebener Zeit mehr verraten wird.
Die Autorin wird vertreten durch die Literaturagentur Kai Gathemann.

Angelika Lauriel lebt mit ihrem Mann, ihren Söhnen und der Französischen Bulldogge Banou im Saarland.
(Quelle: HP der Autorin )



WERKE 
Kinderkrimis, Vorlesegeschichten
Das Geheimnis des Bunkers, 2. Aufl. 2013-09
Doppeltes Verbrechen, 2011-09
365 Gute-Nacht-Geschichten, 2008-12

Romane
Bei Tränen Mord, 2012
Frostgras, 2013-03
Der Tod steht mir nicht, 2014-02 gelesen
Schlüssel mit Sprung, 2014-06 gelesen

Sachbuch
Genießen in Saar-Lor-Lux, 2014-03




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen